Ein kurzer historischer Überblick.

 

 

 

Südwestlich vom Dorf Wallen liegt der Wallenstein, auch Waller Stein genannt.

Er erhielt in früher Zeit seinen Namen „Waldensteyn" von dem Dorf Waideren. Somit ist sein Name jünger als der des Ortes. Der 480 m hohe Bergkegel bietet eine hervorragende Aussicht in die nähere und weitere Umgebung.

Die landschaftlichen Vorzüge des Wallensteins sind durch die geognostische Bildung des Berges bestimmt. Er ist vulkanischen Ursprungs und wurde wie der Hunstein, der Caller Stein und andere Höhen bis Altenbüren aus Labradorporphyr gebildet.

Der größere Teil des „Süderlandes" gehörte seit früher Zeit dem Grafen von Arnsberg. Somit auch die auf dem Gipfel erbaute Ritterburg, die ihm als Sommeraufenthalt diente.

Als der letzte Graf Gottfried IV. von Arnsberg mit Zustimmung seiner Gemahlin, der Gräfin Anna von Cleve, alt und kinderlos, seine ganze Grafschaft mit den 8 dazugehörigen Schlössern 1386 an das Erzstift Köln verkaufte, ging auch die Burg Waldensteyn in den Besitz des Erzbischofs von Köln über.

Die Grafen ließen ihre Burgen durch sog. Drosten verwalten.

Nach einer Urkunde vom 7.6.1369 (nach Seissenschmidt) lebte die Burgmannsfamilie Arnold Hake aus Neheim als Ministerial des Grafen in der Burg.

Am 18.2.1370 wird er mit den übrigen Amtsleuten und Drosten aufgefordert, dem Kurfürsten Kuno von Köln und dem kölnischen Domkapitel zu huldigen.

Denselben Hake sehen wir 16 Jahre später in eine merkwürdige Fehde verwickelt. Im Jahre 1386 ersucht nämlich der Graf Johann von Nassau den Herzog von Berg, ihm 40 Bewaffnete zur Hilfe gegen die Brüder Hennecke und Arnold Hake zu Waldensteyn zu senden, weil sie ihm Dörfer und Höfe binnen den Ederzäunen (Hofzäunen) gebrannt und genommen und dadurch den geschworenen Landfrieden gebrochen, auch auf den Straßen Pfaffen und Kaufleute beraubt hätten. Der Herzog sagte zu, die 40 Bewaffneten binnen 40 Tagen nach Siegen zu schicken. Der weitere Verlauf der Fehde ist unbekannt.

 

 

 

Noch bevor die kaiserliche Genehmigung zu dem Verkauf der Grafschaft Arnsberg an Köln erteilt war, hatte der Graf Johann von Nassau beim damaligen Reichsverweser Wenzel die Belehnung mit der Grafschaft Arnsberg nachgesucht und auch erhalten.

 

Der Kölner Erzbischof Friedrich bewirkte beim Kaiser die Ungültigkeit dieser Belehnung.

 

Daraus entwickelte sich eine Fehde zwischen dem Grafen von Nassau und dem Erzbischof von Köln. Die Ritter als Vasallen des Erzbischofs kämpften gegen den Nassauer Graf. Auch der Ritter von Waldensteyne geriet in diese Auseinandersetzung.

 

Wahrscheinlich ist die Burg in dieser Fehde zu Beginn des 15. Jahrhunderts zerstört worden. 1452 erlaubte der Erzbischof Dietrich dem Bernd Hake den Wiederaufbau der von seinen Vorgängern „gebrochenen Burg", aber das Vorhaben kam nicht mehr zur Durchführung.

 

Auch aus den „Mastrollen" geht hervor, daß die Burg schon vor 1484 nicht mehr bewohnt war. Während dieses Krieges wurden neben der Burg auch die 4 ältesten Höfe in Wallen eingeäschert.

 

 

 

Während von der Burg nur noch Ruinen blieben, hatten sich der Herken- und Hensenhof, die vorher zu ihr gehörten, erhalten.

 

 

 

(Mit freundlicher Genehmigung der St. Severinus - Schützenbruderschaft Calle e.V. 1658,

 

Quelle: Dorfchronik der Pfarrgemeinde Calle, Druck: Jos. Grobbel KG, Fredeburg)